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Tiervermittlung

Bilder und Geschichten

Die Geschichte von Maja

Ist Maja weggelaufen?

Es war ein warmer Sommertag als Maja das Licht der Welt erblickte. Völlig erschöpft trank sie von ihrer Mama etwas Milch, kuschelte sich an sie und ihre Geschwisterchen ran und schlief ein. Es dauerte einige Tage, oder gar Wochen, bis es den Welpen auffiel, dass gelegentlich immer wieder Menschen vorbeikamen um mit ihnen zu spielen und sie zu streicheln. Die Kleinen wurden immer neugieriger und freuten sich über die Gesellschaft der Menschen. Doch eines Tages geschah etwas, womit keiner gerechnet hätte, einer der kleinen Welpen wurde von einem Menschen mitgenommen. Sie waren alle durcheinander und wussten nicht, wie sie ihm helfen sollten, doch die Mama beruhigte die Kleinen: „Das sind gute Menschen, sie werden sich um Fritzi kümmern und mit ihm spielen … vielleicht habt ihr auch das Glück und es nimmt euch ein netter Mensch mit, aber denkt immer daran brav zu sein, auf die Menschen zu hören und nicht weit wegzulaufen, sonst findet ihr den Weg nicht mehr nach Hause.“ Es wurden immer mehr und mehr Welpen abgeholt. Schließlich stand ein Mann da und rief Maja. „Uiiii super, ich darf mit! Tschüß Mama“.

Sie fuhren mit einem großen Auto durch Wald und Wiesen, bis sie schließlich vor einem kleinen Häuschen standen. Eine Frau machte auf und sah Maja an: „Was ist das denn für ein kleiner Kläffer, du willst doch nicht sagen, dass das unser neuer Hund ist? Das ist doch sicher ein Mischling. Du spinnst doch, den hätte ich nie gekauft.“ Maja freute sich auch die Frau zu sehen und begrüßte sie ganz freundlich. „Bähh“, sagte die Frau „die macht mich noch ganz schmutzig.“

Der Mann nahm die Kleine auf den Arm und meinte zu seiner Frau: „Jetzt warte doch mal, sie ist ja noch sehr klein, wir haben doch nicht viel Geld und einen Rassehund können wir uns nicht leisten. Ihr Schwanz ist viel zu kurz, wahrscheinlich wurde er in einer Tür eingequetscht, keiner wollte sie haben, deswegen bekam ich sie umsonst.“ Naja umsonst war ok, also behielten sie die Kleine. Mit der Zeit war aber die Frau immer schlechter gelaunt, denn Maja kam nicht oft genug raus und so musste sie ihre Geschäfte auf dem Teppich verrichten, es wurde ihr aber auch nicht anders gezeigt.

Als sie eines Tages einen ganz tollen Schuh fand und daran kaute um ihren Herrchen zu zeigen, was für tolle Zähne sie schon hat, kam die Frau ganz hektisch auf sie zu, nahm ihr den Schuh weg, der ihr leider ausrutschte und dreimal gegen Maja schlug. Das tat ganz schön weh, aber warum machte das der blöde Schuh auch? Als der Mann nach Hause kam sagte die Frau: „Bring sofort diese Missgeburt weg, ich habe die Schnauze voll, die pisst mir alles voll, macht alles kaputt, scheißt auf den Teppich, das ist doch kein Hund, das ist ein Zustand und kein besonders nützlicher.“

Der Mann zog sich an, Maja freute sich, denn er war immer sehr lieb zu ihr, streichelte sie, ging mit ihr spazieren, spielte mit ihr. Das tat die Frau nicht, aber die hatte sicher sehr viel zu tun, sie musste ja auch auf ihre bösen Schuhe aufpassen, damit sie nichts tun. Schließlich hat sie die Schuhe auch weggebracht, als sie auf Maja einschlugen. Sie fuhren auf eine sehr große Waldwiese, der Mann stieg aus und spielte mit Maja. Er hatte auch ihren Lieblingsball dabei und warf ihn immer hin und her. Doch plötzlich war er nicht mehr da.

„Oh nein!“ dachte sich Maja, die Mama sagte mir noch, ich soll nicht so weit weggehen. Sie lief ganz aufgeregt in der Gegend rum und suchte alles ab. Sie war nicht brav und ging zu weit weg, die Menschen werden bestimmt böse sein auf sie, sie werden sie überall suchen und ganz traurig sein, nur weil Maja dem Ball hinterherlief. Zum Glück erinnerte sie sich noch bisschen, wo sie herkamen und versuchte den Weg nach Hause selbst zu finden.

Tagelang war sie unterwegs, aber sie fand keine Spur, die sie nach Hause führen würde. Sie war völlig erschöpft, hatte nichts gegessen, nichts getrunken, aber sie musste doch nach Hause, ihre Herrchen machten sich doch sicher große Sorgen. Plötzlich blieb eine Frau stehen und nahm Maja mit. „Oh nein, so werde ich doch nie gefunden“ sie biss der Frau in den Arm, damit sie sie losließ, doch das tat sie nicht. Sie fuhren zu einer Frau mit einem weißen Kittel. Diese Frau suchte etwas auf Majas Hals und versorgte auch ihre Verletzungen, die ihr die Schuhe zugefügt haben. Und es gab Wasser und etwas zum Fressen. Somit konnte sie wieder Kräfte sammeln um nach Hause zu laufen. Aber sie konnte nicht nach Hause, denn die Frau fuhr sie zu einer anderen Frau. Dort gab es noch einen Hund und Katzen und viele Kinder. Sie alle haben Maja ganz lieb gewonnen, aber Maja versuchte immer wieder wegzulaufen um nach Hause zu kommen. Sie stand sehr oft am Zaun und bellte, in der Hoffnung, dass ihr Herrchen sie wiederfindet. Sie war sehr traurig darüber, dass sie weggelaufen ist….

Dass Maja geschlagen und ausgesetzt wurde und sich glücklich schätzen konnte von jemandem gefunden worden zu sein, der sie sehr lieb gewonnen hat, wusste sie nicht. Denn sie dachte immer wieder an die Worte ihrer Mama: „Das sind gute Menschen …“ Maja wusste nicht, dass es auch andere Menschen gab, die nicht gut waren. Aber vielleicht ist das auch besser so, wenn sie den Glauben an die guten Menschen beibehält …